Ein Mädchen. Ein geheimnisvoller Junge. Und die große Liebe, für die man alles riskieren würde.
Nun denkt man wahrscheinlich: "Ach, das hat es doch alles seit Twilight schon gegeben..."
Aber
nein, in Senta Richters Roman „OPUS – Die Begegnung“ kommt ein ganz
neues spannendes Thema zum Vorschein, auf welches ich jetzt nicht direkt
eingehen möchte, um potenziellen Lesern den „Wow“-Effekt nicht vornweg
zu nehmen.
Der Roman erzählt die Geschichte von Mila und dem
mysteriösen Abel, der ganz plötzlich in ihr Leben tritt und dieses mehr
als nur auf den Kopf stellt. Abel bringt vor allem ihre Gefühlswelt
gehörig durcheinander und regt Mila zum Nachdenken über ihre Zukunft an.
Obwohl
das erste Aufeinandertreffen der beiden etwas verstörend für Mila
endet, lässt der gut aussehende Fremde ihr keine Ruhe und seine
ungewöhnlich leuchtenden grünen Augen ziehen sie in einen Bann, aus dem
sie nicht entfliehen kann.
Abel erscheint ihr als ein großes Rätsel,
da er irgendetwas zu verbergen scheint, fühlt er sich doch stets
verfolgt und stößt Mila immer wieder von sich, wenn sie sich ihm zu sehr
nähert.
Irgendein dunkles Geheimnis muss er anscheinend verbergen,
doch ehe sie herausfindet, um was es sich handelt, ist es um ihr Herz
bereits geschehen und sie findet sich mitten im Geschehen wieder, in dem
sie vor der Entscheidung ihres Lebens steht: Wird sie alles für eine
aussichtslose Liebe riskieren?
Senta Richter erschafft eine
fantastische Welt, die ich nach dem Ende des Buches nicht verlassen
wollte. Ihre Charaktere sind real, liebenswert und bestechen durch eine
unglaublich interessante Persönlichkeit.
Mila ist eine tollpatschige
und äußerst sympathische Protagonistin, die sich ins Herz des Lesers
schleicht. Man kann ihre Handlungen und Gedanken sehr gut nachvollziehen
und fühlt sich mit ihr verbunden. Abel hingegen hat mich vom ersten
Moment an wahnsinnig gemacht – im positiven Sinne. Sein Charakter ist
von Beginn an schwer einzuschätzen, da eine geheimnisvolle und
mysteriöse Ausstrahlung ihn umgibt, die es dem Leser wie Mila unmöglich
macht, sich von ihm zu entfernen. Seine Figur ist für mich das Goldstück
des Buches.
Ich habe selten eine so schöne Entstehung einer Liebe
zwischen zwei Menschen gelesen, die so echt und real, so ungezwungen und
doch vorbestimmt wirkt. Man bekommt in keinster Weise das Gefühl, wie
oftmals bei Romanen, dass zu schnell von Liebe gesprochen wird, sondern
alles entsteht in langsamen Schritten. Aus erster Neugier, wird ernstes
Interesse, dann langsam tiefe Verbundenheit und Liebe.
Auch die
restlichen Figuren des Buches sind glaubhaft und real beschrieben, ohne
dass diese platt oder langweilig wirken. Sie dienen zum Fortbestand der
Geschichte und sind ein wichtiger Teil des Buches.
Während dem
Lesen beginnt man selbst über Abels Herkunft und seine Handlungen, sowie
sein Geheimnis zu rätseln und spinnt ein Netz aus möglichen Antworten,
welche doch nicht an die Wahrheit heran kommen. Zum Abschluss hin
schwebt die Wahrheit wie eine dicke Wolke über Mila und Abel und endet
mit einem überraschenden Finale, das mich zeitgleich faszinierte und
erschütterte.
Der gesamte Roman ist von nicht aufhörender Spannung
gekennzeichnet, die zum Abschluss mit der Auflösung der Rätsel und dem
Finale ihren Höhepunkt findet und auch Emotionen werden passend auf den
Punkt gebracht, ohne unnötig vom weiteren Inhalt der Geschichte
abzulenken.
Ein weiterer schöner Aspekt im Roman ist das Thema
der Kunst, welches Senta Richter bemerkenswert mit der Geschichte
verknüpft und zu einem Schlüsselbegriff der Handlung umfunktioniert. Als
Kunstliebhaberin war dieser Punkt für mich ein besonderes Highlight, da
die Autorin überzeugend mit diesem Thema umgeht und gebührend in ihr
Werk integriert.
Meiner Meinung nach hat Senta Richter mit OPUS
einen fantastischen Debütroman vorgelegt, der durch seinen Schreibstil,
seine Geschichte und deren handelnden Figuren zu einem fesselnden
Erlebnis geworden ist. Die Autorin steht anderen deutschen Autorinnen,
wie Kerstin Gier und Eva Völler in nichts nach. Ich für meinen Teil bin
sehr gespannt auf eine Fortsetzung des Romans, auf welche das Ende des
Buches hoffen lässt.
Ich vergebe 5 ★★★★★ Sterne, da OPUS für mich ein wahres Leseerlebnis war und ich dem zweiten Band entgegen fiebere!
